Donnerstag, 18. Oktober 2018

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Bei Patientinnen mit Brustkrebs wurde das Protein LASP entdeckt. Es lässt sich im erkrankten Drüsengewebe deutlich sichtbar braun anfärben (unten), während es in gesundem Brustgewebe (oben) fehlt - dort zeigt sich keine Anfärbung. (Foto: Ulrike Kämmerer)

 

Ausbreitung von Tumorzellen: Künftig vohersehbar?

Haben Forscher eine Möglichkeit gefunden, die Metastasierungsgefahr eine Tumors zu bestimmen? An der Universität Würzburg ist man da ganz zuversichtlich. Doch noch stehen umfangreiche Forschungen auf dem Programm.

Eine heiße Spur verfolgen Forscher der Uni Würzburg: Sie haben in Tumoren von Brustkrebs-Patientinnen ein bislang unbekanntes Protein gefunden. Es scheint für die Ausbreitung der Tumorzellen im Körper, die so genannte Metastasierung, wichtig zu sein. In gesundem Brustdrüsengewebe wurde es bislang nicht nachgewiesen.


Das neue Protein trägt den Namen LASP ("LIM and SH3 Domain Protein"). Ob zwischen seinem Auftreten und dem Verlauf der Krankheit ein Zusammenhang besteht, das wollen Elke Butt vom Institut für Klinische Biochemie und Pathobiochemie sowie Arnd Hönig und Ulrike Kämmerer und der Frauenklinik nun herausfinden.

Denkbar wäre es nämlich, dass LASP als wichtiger Marker zu werten ist: "Möglicherweise eignet sich dieses Protein dazu, die Metastasierungstendenz eines Tumors vorhersagen zu können", so Butt. Falls diese Vermutung stimmt, hätte das Konsequenzen für die Behandlung: Sollte LASP tatsächlich den Ausbreitungsdrang des Tumors anzeigen, so könnte künftig bei Patientinnen geprüft werden, ob das Protein in den Tumorzellen vorkommt. Falls ja, wäre gegebenenfalls eine intensivere Chemotherapie angeraten - denn dabei werden auch eventuell schon vorhandene, aber diagnostisch noch nicht nachweisbare Metastasen erfasst.

Doch das ist leider noch Zukunftsmusik. Erst einmal muss geklärt werden, welche Bedeutung das neue Protein tatsächlich hat. Dafür wollen Butt und ihre Kollegen zunächst eine sichere Datenlage schaffen. Das tun sie derzeit in einer mehrjährigen Studie, die von der Deutschen Krebshilfe finanziell unterstützt wird. Ein Problem dabei werde es sein, zu Vergleichszwecken genügend Proben von gesundem Gewebe zu erhalten.


WANC 09.12.05/idw


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