Sonntag, 20. August 2017

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Sonografie soll Tumoren entdecken, wenn er noch nicht tastbar und auch im Röntgen nicht sichtbar ist (Foto: Helios)

 

Plädoyer für die Sonografie

Je eher der Tumor entdeckt wird, desto größer ist die Aussicht auf Heilung. Mehrere Studien zeigen, dass eine Ultraschalluntersuchung Brustkrebs oft entdeckt, wenn der Tumor noch nicht tastbar und häufig auch im Röntgenbild noch nicht sichtbar ist. Dies trifft besonders häufig bei Frauen mit dichtem Brustgewebe zu, sagt die Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM). Sie befürwortet deshalb den vestärkten Einsatz der Sonografie in der Brustkrebsfrüherkennung.

Brustkrebsfrüherkennung durch Ultraschall gehört zu den individuellen Gesundheitsleistungen („IGEL”), die nicht von den Krankenkassen erstattet werden. Sie wird deshalb von Kritikern als unnötig eingestuft. Zu Unrecht, wie Professor Dr. med. Helmut Madjar, Fachbereichsleiter Gynäkologie von der Deutschen Klinik für Diagnostik (DKD) in Wiesbaden heraus streicht: „Bei jeder fünften Frau, die wir wegen eines Mammakarzinoms operieren, haben niedergelassene Frauenärzte den Tumor primär bei einer Ultraschall-Untersuchung entdeckt.” Im Jahr 2007 waren dies 21 von 86 operierten Mammkarzinomen, und acht von 41 gutartigen Tumoren. Dies entspricht einer Steigerung der Krebserkennung um 24 Prozent ausschließlich durch den Ultraschall. Die Zahl der Fehlalarme, also der falsch-positiven Befunde, sei darüber hinaus geringer als von den Leitlinien gefordert.

Die beim IGEL-Ultraschall entdeckten Krebserkrankungen befanden sich fast alle in einem frühen Stadium mit besten Heilungschancen. Madjar erläutert: „Keiner der Tumore war tastbar. Die meisten waren auch auf einer nachträglich durchgeführten Mammografie nicht erkennbar.” Für den Experten steht deshalb fest, dass die regelmäßige systematische Ultraschalluntersuchung die Brustkrebsfrüherkennung wesentlich verbessern könnte.

Madjar rät vor allem jüngeren Frauen zur Ultraschallfrüherkennung. Vor den Wechseljahren habe die Brustdrüse oft eine hohe Gewebedichte, die die Tumorerkennung in der Mammografie erschwere. Aber auch nach den Wechseljahren ist die Brustdrüse vor allem bei Frauen unter hormoneller Therapie in 30 Prozent dicht und mammografisch schwer diagnostizierbar. Dies wurde in den letzten Jahren auch in zahlreichen Diagnostikstudien gezeigt.

Erfolgreich sei die Früherkennung jedoch nur, wenn die Ärzte über moderne Ultraschall-Geräte und über ausreichende Erfahrung in der Ultraschalluntersuchung verfügen. Prof. Dr. Eberhard Merz, Vizepräsident der DEGUM, Direktor der Frauenklinik am Krankenhaus Nordwest in Frankfurt am Main betont: „Wichtig ist neben einer fundierten Grundausbildung eine ständige Weiterbildung.”

WANC 19.08.10, Quelle: Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM)


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