Freitag, 17. August 2018

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Nicht die Größe der Einrichtung ist entscheidend, sondern die Spezialisierung auf das Krankheitsbild

 

Gute Therapieoptionen beim metastasierten Mammakarzinom

Metastasen lassen sich bei Brustkrebs inzwischen durch eine individuell auf die Patientin zugeschnittene Therapie behandeln.

Bei etwa 40 Prozent der Brustkrebspatientinnen entwickeln sich Metastasen. Sind diese zu zahlreich vorhanden, kann die Frau nicht mehr vollständig geheilt werden. Wichtigstes Therapieziel bei diesen Frauen ist die Lebensverlängerung. Für eine Frau, die an Brustkrebs erkrankt, ist es deshalb von entscheidender Bedeutung, wo sie sich behandeln lässt. "Dabei ist nicht die Größe der Einrichtung entscheidend, sondern die Spezialisierung auf das Krankheitsbild Brustkrebs", sagt Professor Dr. med. Diethelm Wallwiener, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Senologie im Vorfeld der Dreiländertagung in Stuttgart.

Beim metastasierten Mammakarzinom werden die besten Ergebnisse durch eine individuell auf die Patientin zugeschnittene Therapie erreicht. Einen allgemeingültigen Behandlungsstandard gibt es nicht. Von einem metastasierten Mammakarzinom spricht man, wenn sich Fernmetastasen, beispielsweise in der Leber, den Knochen oder dem Hirn, gebildet haben.

Für Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs stehen inzwischen zahlreiche gute Medikamente zur Verfügung. Bei den meisten Frauen empfiehlt sich zunächst eine medikamentöse Inaktivierung von Östrogen, das viele Tumore zum Wachsen brauchen. Moderne Aromatasehemmer scheinen dabei dem jahrzehntelang eingesetzten Tamoxifen überlegen.

Die Verträglichkeit eines Medikaments ist ein gewichtiges Argument bei einer unheilbaren Erkrankung. Denn die Patientin soll die ihr verbleibende Zeit in möglichst guter Lebensqualität verbringen. Faslodex ist eine neue zusätzliche Option in der Antiöstrogentherapie. Das Präparat bindet, blockiert und baut sämtliche Östrogene im Körper ab. Darüber hinaus ist im Gegensatz zu Tamoxifen das Risiko von Gebärmutterschleimhautkrebs nicht gegeben.

Es ist nach Ansicht der Experten zu erwarten, dass die Bedeutung dieser und weiterer Substanzen im Anschluss an eine Tamoxifen-/ Aromatasehemmertherapie weiter zunehmen wird. Zunächst sind jedoch mehr Erfahrungen erforderlich. "Deshalb ist es wichtig, dass Betroffene sich möglichst an klinischen Studien beteiligen. Erfreulicherweise erkennen auch mehr und mehr Patientinnen den Nutzen, den sie aus einer Studienteilnahme ziehen können", so Wallwiener.

WANC 16.08.05


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