Donnerstag, 29. Juni 2017

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Wann hilft die Magnetresonanztomografie (MRT)?

Welches ist der richtige Diagnoseweg für die sogenannten Hochrisiko-Gruppe – gesunden Frauen also, die aufgrund von Gendefekten und familiärer Vorbelastung ein deutlich erhöhtes Risiko tragen, an Brustkrebs zu erkranken? Ärzte diskutieren, ob die Magnetresonanztomografie (MRT) sich zu einem wichtigen bildgebenden Verfahren der Brustkrebsdiagnostik entwickelt hat.

„Die MRT hat den Vorteil, dass sie das Brustgewebe sehr detailreich und genau darstellt – es ist das Verfahren mit der höchsten Empfindlichkeit“, erklärt Prof. Dr. med. Markus Müller-Schimpfle, Chefarzt des Instituts für Radiologie am Klinikum Frankfurt Höchst und Mitglied des Vorstandes der Gesellschaft für Senologie (DGS). Zudem komme die MRT ohne den Einsatz von Röntgenstrahlung aus, da die Bilddaten in einem Magnetfeld erzeugt werden.

In einer Analyse aus Australien wurde belegt, dass bei bereits erkrankten Frauen in der Phase vor der Operation die MRT gegenüber der herkömmlichen Mammografie keine bedeutsame Verbesserung bezüglich des Operationserfolges, der sogenannten Rate an Nachresektionen, also erneuten Eingriffen, bringt. „Die MRT ist zwar die empfindlichste Methode, aber es gibt keine harten Fakten, die belegen, dass erkrankte Frauen durch die regelhafte Anwendung vor der Operation von dem Verfahren profitieren“, betont Müller-Schimpfle. Über die Gründe kann er bislang nur mutmaßen: „Es ist denkbar, dass durch die modernen onkologischen Therapien – angefangen bei der brusterhaltenden Operation über die Bestrahlung bis hin zur Chemotherapie – die Diagnose kleinster Zusatzbefunde wie sie die MRT erkennt, zurücktritt.“

Eine weitere Analyse (Niederlande, 2010) belegt dagegen den erheblichen diagnostischen Vorteil gegenüber dem herkömmlichen Verfahren der Röntgen-Mammografie mit nahezu doppelt so hoher Empfindlichkeit. Allerdings: „10 bis 15 Prozent der Tumoren bei diesen Frauen werden nur in der Mammografie entdeckt. Die Hochrisiko-Gruppe sollte daher auf jeden Fall die zusätzliche Absicherung durch das Röntgenverfahren erwägen, in jüngeren Jahren natürlich zurückhaltender als bei der reiferen Frau“, warnt Müller-Schimpfle.

Unstrittig ist hingegen der Nutzer der MRT bei der Nachsorge, der Phase nach erfolgter Operation. „Die MRT ist die beste Methode, wenn man zwischen Operationsnarben und möglichen, nachwachsenden Tumorherden unterscheiden will“, erklärt der Frankfurter Radiologe. „Die Frage ist hier: sollten wir bei der erkrankten Frau mit dichter, unübersichtlicher Brust die MRT nicht grundsätzlich in die Nachsorge mit aufnehmen?“

WANC 03.05.2011/ Quelle: Deutsche Röntgengesellschaft e.V.


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