Freitag, 15. Dezember 2017

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Sport und Bewegung können vor einer Krebserkrankung schützen aber auch eine Behandlung verbessern (Foto: DAK)

 

Der Nutzen von Sport und Bewegung

Noch bis vor ein paar Jahren war Sport in der Krebsbehandlung ein Tabu. Doch mittlerweile konnten Studien zeigen, dass ein körperlich aktiver und gesunder Lebensstil vor einer Krebserkrankung schützen kann. Jetzt untersuchen Forscher, welchen Effekt Sport und Bewegung - auch mit Blick auf Energiebilanz und Körpergewicht - bei Krebspatienten vor, während und unmittelbar nach der medizinischen Behandlung haben.

„Mittlerweile vermuten wir, dass Sport und Bewegung nach einer Krebstherapie wesentliche Faktoren für das Überleben sein können. Das zeigen beobachtende epidemiologische Studien. Aber auch Sportprogramme für Patienten, die neben ihrer Behandlung unter ärztlicher Kontrolle trainieren, liefern erste positive Resultate. Die Menschen fühlen sich insgesamt besser, sind leistungsfähiger und leiden weniger unter Nebenwirkungen. Es gibt allerdings noch sehr viel Forschungsbedarf“, unterstreicht Professor Cornelia Ulrich, Direktorin am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg.

Auch wenn die Auswirkung von Bewegung und Sport auf Krebsentstehung und -prognose grundsätzlich positiv eingeschätzt wird, sind noch viele Punkte offen. „Besonders interessiert uns die Frage: Welche Art von Training ist in welchem Umfang und zu welchem Zeitpunkt am besten für die Patienten geeignet?“,  meint Dr. Karen Steindorf, Leiterin verschiedener Studien im Bereich körperliche Aktivität und Krebs am DKFZ. „Wir raten dringend davon ab, sich während einer Krebsbehandlung zu überfordern. Deshalb behandeln wir unsere Patienten im Regelfall im Rahmen von wissenschaftlichen Studien am NCT und geben ihnen die Sicherheit, unter einer auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenen Umgebung und unter speziell geschulter Anleitung zu trainieren.“

Der blaue Ratgeber (Nr. 48, Deutsche Krebshilfe) ist da wesentlich sicherer: „Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass Bewegung und Sport den Krankheitsverlauf wirklich beeinflussen – und zwar positiv.“ Empfohlen werden Wassertherapie und Ausdauersportarten wie Radfahren, Wandern und Schwimmen sowie Nordic-Walking und Tanzen, Step-Aerobic als auch Tai-Chi, Qigong oder Yoga. Weniger geeignet sind Inline-Skating, Tennis und Badminton.

WANC 16.07.10, Quelle: Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg


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