Donnerstag, 19. Juli 2018

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Von Knochenfresszellen zerstörter Knochen

 

Metastasierter Brustkrebs: Knochenauflösung verhindern

Fast 75 % der Brustkrebspatientinnen im fortgeschrittenen Stadium leiden an Knochenmetastasen. Diese Metastasierung geht mit Skelettkomplikationen wie starken Schmerzen und Brüchen einher, die die Betroffenen massiv in ihrer Lebensqualität einschränken.

Das Mammakarzinom metastasiert bevorzugt ins Skelettsystem. Die Aussaat der Metastasen erfolgt entweder über den Blutkreislauf oder über die Lymphwege. Inzwischen hat sich heraus gestellt, dass der Krankheitsverlauf oft mehr durch die Tochtergeschwülste als durch den so genannten Primärtumor beeinflusst wird. Das Fatale: Die Tumorzellen beschleunigen durch verstärkte Stimulierung der Knochenfresszellen (Osteoklasten) den Knochenabbau und verursachen so einen Verlust der Knochenstabilität. Es kommt zu starken Schmerzen oder sogar Knochenbrüchen.

Deshalb ist es wichtig, Knochenmetastasen besonders effektiv zu therapieren. Eine sehr wirkungsvolle Therapiemöglichkeit besteht durch die Bisphosphonate. "Schmerzen werden vermindert, Komplikationen verzögert", beschreibt Professor Dr. Franz Jakob, Universität Würzburg, ihre Wirkung. Dabei sorgen Bisphosphonate dafür, dass die Werkzeuge der Tumorzellen - die Knochenfresser - ihren zerstörerischen Job nicht mehr durchführen können, in dem sie ihnen die Stoffe entziehen, die sie zum Überleben und Funktionieren benötigen.

Neue Studien haben für das sogenannte Aminobisphosphonat gezeigt, dass sie ihre Wirkung mit sehr hoher Genauigkeit direkt am Knochen entfalten und durch die Hemmung der Osteoklasten eine Knochenauflösung verhindern können. Für die betroffenen Brustkrebspatientinnen bedeutet dies eine Verbesserung ihrer Lebensqualität und den Erhalt ihrer Selbstständigkeit im Alltag.

Untersuchungen, die aber noch im Anfgansstadium stecken, legen zudem die Vermutung nahe, dass diese Bisphosphonate in der Lage sein könnten, sogar den Brustkrebstumor zu bekämpfen. So stellt Prof. Dr. Ingo J. Diel, niedergelassener Onkologe, fest, das gezeigt werden konnte, dass das Wachstum von Mammakarzinomzellen in Kultur gehemmt wird. Allerdings müssen dazu weiter gehende Studien erfolgen.

WANC 11.03


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