Donnerstag, 29. Juni 2017

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Buch: Wiley-VCH
Fachbuch zum Thema Chemokine: In wie weit können sie bei der Entwicklung neuer Medikamente helfen

 

Chemokine aktivieren als Lockstoffe im Tumorgewebe die körpereigene Immunabwehr

Chemokine sind Botenstoffe, die Immunzellen zum Tumor locken können, damit diese das entartete Gewebe angreifen. Die Überlebenschance bei Brustkrebs ließe sich vermutlich erhöhen, wenn es gelänge, bestimmte Chemokine im Tumorgewebe in großer Konzentration anzusiedeln.

In den vergangenen Jahren haben verschiedene Studien bestätigt, dass ein vermehrtes Eindringen bestimmter Untergruppen von Lymphozyten ins Tumorgewebe den Therapieerfolg verbessert und zu einem längeren Überleben der Patienten führt. Mausexperimente zeigen darüber hinaus, dass Botenstoffe, sogenannte Chemokine, die Wanderung der Lymphozyten unterstützen. Erhöht man die Konzentration dieser Chemokine, so kann mithilfe des körpereigenen Immunsystems das Wachstum von Tumoren gebremst werden. Bei Brustkrebs sind es die Chemokine CXCL9 und CXCL10, die zu einer besseren Prognose führen.

Die Funktion und Regulation dieser Moleküle ist bisher nur sehr unzureichend untersucht worden. Die Arbeitsgruppe um Dr. Holger Bronger und Prof. Dr. Manfred Schmitt an der Frauenklinik des Klinikums rechts der Isar konnte jedoch bereits nachweisen, dass die Botenstoffe durch die Brustkrebszellen selbst produziert werden – vorausgesetzt, sie erhalten die richtigen Signale.


Jetzt sollen diejenigen Mechanismen untersucht werden, die in der Brustkrebszelle zur Ausschüttung von CXCL9 oder CXCL10 führen. Dadurch wollen die Mediziner Ansatzpunkte zur Entwicklung einer Therapie ausfindig machen. Die könnte etwa durch Unterstützung geeigneter Medikamente die Wanderung der Immunzellen in den Tumor fördern. Zusätzlich wollen die Mediziner prüfen, ob die körpereigene Produktion der beiden Chemokine in den Krebszellen der Patientinnen im Vornherein eine Aussage darüber erlaubt, wie hoch die Erfolgsaussichten bestimmter Therapien ist.

WANC 12.07.2011 , Quelle: Wilhelm Sander-Stiftung


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