Sonntag, 21. Januar 2018

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Sport wirkt nicht nur vorbeugend vor Krebs, sondern verbessert nachweislich auch die Heilungschancen der Erkrankung

 

Sport verbessert Heilung

Körperliches Training kann helfen, gegen Krebs vorzubeugen. Es hilft aber auch, die Heilungschancen bei einer Erkrankung zu erhöhen. Besonders bei Brust- und Darmkrebs wirkt sich Sport positiv aus.

Die Diagnose Krebs und die notwendige Therapie verändern das Leben der Betroffenen oft grundlegend: Operationen und Medikamente belasten den Körper – und auch die Lebenseinstellung ist nach der Konfrontation mit der lebensbedrohlichen Erkrankung oftmals eine andere.

Groß angelegte Studien haben nun gezeigt: Sport wirkt nicht nur vorbeugend vor Krebs, sondern verbessert nachweislich auch die Heilungschancen der Erkrankung. Welchen Einfluss Bewegung und Sport auf das körperliche, seelische und soziale Befinden von Krebs-Patienten haben, betont Prof. Dr. Martin Halle, Lehrstuhl für präventive und rehabilitative Sportmedizin der Technischen Universität München: „Sport sollte neben Chemotherapie, Bestrahlung und Operation einen festen Stellenwert in der Krebsbehandlung erhalten – so wie ein Medikament.“

„Der Patient kann so aktiv etwas für seine Genesung tun, er bekommt ein positives Körpergefühl, regt seinen Kreislauf an und verbessert so die eigene Prognose“, ergänzt Prof. Dr. Michael Schoenberg, Chefarzt der chirurgischen Abteilung am Rotkreuzklinikum München.

Beispiel Brustkrebs: Betroffene Frauen sollten sich fettarm ernähren und eine Gewichtszunahme vermeiden. Empfehlenswert ist zudem sportliche Aktivität schon in der akuten Behandlungsphase. „Der Sport führt zu gesteigerter Fitness und reduziert die Nebenwirkungen der Krebsbehandlung. Übelkeit, Erbrechen und chronische Müdigkeit werden weniger, wenn eine Brustkrebs-Patientin sich regelmäßig moderat sportlich betätigt“, erläutert Prof. Dr. Marion Kiechle, Direktorin der Frauenklinik am Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität München. „Körperliche Aktivität wirkt sich auf Energiebilanz, Hormonhaushalt, Insulinspiegel und Immunsystem positiv aus.“

Bei Darmkrebspatienten kann die Sterblichkeit um bis zu 40 Prozent durch Sport gesenkt werden. Und dafür muss man nur rund vier Stunden pro Woche zügig Spazierengehen, betont Halle.

Was Sport so förderlich bei Brust- und Darmkrebs wirken lässt, kann Halle erklären: Beide Krankheiten stehen in Zusammenhang mit Übergewicht, und Sport senke offenbar die Konzentration eines Wachstumsfaktors im Blut, der bei Übergewicht erhöht sei und über Jahre hinweg die Entartung von Zellen fördern könne.

Körperliche Bewegung hilft auch, das Problem Fatigue nach einer Chemotherapie besser in den Griff zu bekommen. Mit Fatigue bezeichnen Mediziner einen extremen Erschöpfungszustand, der viele Krebskranke belastet.

WANC 02.01.09, Quelle: Symposion „Sport und Krebs“, München


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