Donnerstag, 18. Januar 2018

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Ein Brustkrebs-Biochip mit ausgewählten, brustkrebsrelevanten Genen ermöglicht eine differenzierte Diagnose und damit eine individuelle Therapie

 

Biochip: Welche Therapie verspricht den größten Erfolg

Die Gründe für das Wachstum von Brusttumoren sind vielfältig. Anhand einer differenzierten Diagnose mit Hilfe von Biochips kann der Arzt im Voraus abschätzen, mit welcher Behandlungsmethode die Heilungschancen am größten sind.

Etwa jede neunte Frau erkrankt im Lauf ihres Lebens an Brustkrebs. Die Ursachen der Krebsentstehung können sehr unterschiedlich sein. Für etwa fünf Prozent aller Fälle ist eine erblich bedingte Ursache nachgewiesen, bei den übrigen Patientinnen sind die eigentlichen Entstehungsmechanismen weitgehend ungeklärt. Daher existiert noch keine Therapieform, die bei allen Betroffenen gleich erfolgreich ist.

Die gegenwärtige Diagnostik beinhaltet in der Regel zunächst das Ertasten von Knoten in der Brust, die dann durch bildgebende Verfahren wie der Mammographie weiter untersucht werden. Bei fortbestehendem Krebsverdacht wird das Gewebe operativ entfernt und untersucht. Die Gründe für das Tumorwachstum sind vielfältig, z. B. kann dies die krankhafte Überexpression von Wachstumsfaktor-Genen sein.

Die individuelle Ursache zu kennen ist deshalb grundlegend für den behandelnden Arzt, um sich für die richtige Therapie entscheiden zu können. Er benötigt dringend eine differenzierte Diagnose, um im Voraus abzuschätzen, mit welcher Behandlungsmethode die Heilungschancen am größten sind. Hierzu kann die Untersuchung der Tumoren mit Hilfe von Biochips ein geeignetes Mittel sein.

In einem von der Landesstiftung Baden-Württemberg geförderten Verbundforschungsprojekt entwickelt das Fraunhofer IGB in Zusammenarbeit mit dem Robert-Bosch-Krankenhaus Stuttgart sowie den Universitäten Tübingen und Stuttgart seit Mitte 2002 einen Biochip zur verbesserten, individuellen Brustkrebsdiagnose.

Hiermit werden mehrere hundert ausgewählte Genabschnitte zur Klassifizierung von Mammakarzinomen innerhalb eines einzigen Ansatzes schnell und zuverlässig untersucht. "Der Biochip wird gegenwärtig mit klinischem Probenmaterial getestet. Diese Ergebnissen sollen helfen, den optimalen Therapieansatz individuell zu bestimmen." sagt Nicole Hauser, Projektleiterin in der IGB.

Die Biochips wurden zunächst mit Hilfe von bereits etablierten Brustkrebs-Zelllinien entwickelt. Seit dem Start des Forschungsprojekts wurden in einer Gewebebank am Robert-Bosch-Krankenhaus über hundert Mammakarzinome gesammelt. Diese werden fortlaufend mit dem erprobten Biochip untersucht. Aus den Analysen ergeben sich so genannte Genexpressionsprofile von Tumoren, die auch dazu dienen, bioinformatische Verfahren für Vorhersagen über den klinischen Verlauf einer Krebserkrankung zu entwickeln.

"Der große Unterschied zu bisherigen Studien ist, dass hier kein unspezifischer Biochip genutzt wird, sondern eine ausgesuchte Zahl von Genen zusammengestellt wurde. Dies konzentriert die Analyse auf brustkrebsrelevante Gene, die im Unterschied zu gesamtgenomischen Biochips eine kostengünstige, zielgerichtete Herstellung und damit eine zukünftige Verbreitung dieser Technologie für alle Patienten ermöglichen" erklärt Hauser.


WANC 05.12.05/idw


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