Freitag, 17. August 2018

/home/
Brustkrebs: Mütter haben ein geringeres Risiko (Foto: TK)

 

Schwangerschaft schützt vor Brustkrebs

Das Risiko einer Frau, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken, ist umso geringer, je mehr Schwangerschaften sie erlebt hat. Das gilt nur eingeschränkt für Frauen mit einer Mutation der BRCA1 und BRCA2.

Die Zahl der Schwangerschaften, eine erste Schwangerschaft in jungen Jahren und Stillen wirken als Schutzfaktoren gegen Brustkrebs. Allerdings waren sich Ärzte bisher nicht sicher, ob dieses auch für Frauen mit Mutationen in den Genen BRCA1 und BRCA2 gilt. Frauen mit den veränderten Genen haben generell ein erhöhtes Brustkrebsrisiko.

Die Wissenschaftler stellten fest, dass das Brustkrebsrisiko bei diesen Frauen mit einem Kind genauso hoch ist wie bei Frauen ohne Kinder. Unter den Frauen mit mehreren Kindern hatten jedoch Mütter mit jedem weiteren Kind ein um 14 Prozent niedrigeres Risiko, ab einem Alter von 40 Jahren an Brustkrebs zu erkranken.

Der positive Effekt geht möglicherweise darauf zurück, dass die milchproduzierenden Zellen im Drüsengewebe der Brust erst während einer Schwangerschaft vollständig ausreifen. Denn mit zunehmendem Reifungsgrad der Zellen nimmt die Neigung zu entarten ab, vermuten die Forscher.

Ein deutlicher Unterschied zeigte sich, wenn die Epidemiologen das Krebsrisiko nach Art der Mutation bewerteten: Unter den Frauen mit Mutation im BRCA2-Gen war das Krebsrisiko im Vergleich zu Erstgebärenden unter 20 Jahren etwa doppelt so hoch, wenn die erste Geburt in einem späteren Lebensalter erfolgte.

Bei Trägerinnen einer Mutation im BRCA1-Gen stellten die Wissenschaftler genau das Gegenteil fest: Das Risiko, an einem Mammakarzinom zu erkranken, war bei den Frauen niedriger, die ihr erstes Kind erst in einem Alter von 30 oder mehr Jahren bekamen.

Es spielte keine Rolle für das Krebsrisiko, ob die Schwangerschaften durch eine Fehlgeburt oder eine Abtreibung vorzeitig beendet wurden. Auch die Stillgewohnheiten scheinen bei Mutationsträgerinnen keinen Einfluss auf das Erkrankungsrisiko zu haben.

Herausgefunden hat das die IBCCS-Studie (International BRCA1/2 Carrier Cohort Study), die in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Schweden, Deutschland und Kanada durchgeführt wurde. Untersucht wurden 1600 Studienteilnehmerinnen.


WANC 24.05.06


 Artikel versenden  
 Artikel drucken


 
© Wordart 2002-18
Impressum  |   Erklärung zu Links  |   Nutzungsbedingungen  |   Haftungsausschluss  |   Datenschutz  |   Rechte