Donnerstag, 25. Mai 2017

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Mammographie: Künftig alle zwei Jahre

Neue Verfahren zur frühzeitigen Brustkrebs-Diagnose Die Brustkrebsdiagnostik hat sich in den vergangenen Jahren technisch stark weiterentwickelt. Eines der neuen Verfahren ist die digitale Mammographie.

 

Mammographie Screening

Am 1. Januar 2004 fiel der Startschuß für die Einführung der Früherkennungs-Mammographie
für Frauen zwischen 50 und 69
Jahren. Allerdings muss das Mammographie-Screening von jedem Bundesland einzeln zugelassen werden. Der Aufbau ist deshalb von Land zu Land unterschiedlich schnell erfolgt. Ein vollständiger Aufbau der insgesamt 94
Screening-Einheiten mit insgesamt 376 geplanten
Mammographie-Einheiten soll Anfang 2009
abgeschlossen sein.

Alle zwei Jahre sollen künftig Frauen
zwischen 50 und 69 Jahren zu einem
Screening
eingeladen werden. Das sind
rund zehn Millionen Bundesbürgerinnen.
Einzige Bedingung: Sie müssen Mitglied
einer gesetzlichen Krankenkasse
sein.

Jüngere Frauen wurden bewusst
ausgeklammert: Bei ihnen sind die Tests
weniger aussagefähig. Außerdem liegt
das Alter, in dem die Diagnose
Brustkrebs gestellt wird, im Durchschnitt
bei 63 Jahren. Frauen unter 50 Jahren
haben aber weiterhin Anspruch auf eine
Röntgenuntersuchung ihrer Brust, wenn
ein konkreter medizinischer Verdacht
auf eine Tumorerkrankung besteht. Dies
kann der Fall sein bei Beschwerden oder
aufgrund von Ergebnissen einer
klinischen Untersuchung.

Laut Spitzenverbände der Krankenkassen
und Kassenärztlichze Bundesvereinigung
(KBV) genügt die Vorsorgeuntersuchung
höchsten Qualitätsanforderungen. Selbst
sehr kleine Tumore werden erkannt und
lassen sich erfolgreich therapieren.

Die Spitzenverbände und KBV stellen klare Anforderungen an die Ausbildung des untersuchenden Personals. Zu denen gehören Ärzte und Röntgenassistenten. Auch die technische Ausstattung und
die Beurteilung der Mammographien haben hohen Standards zu genügen. So ist jedes Röntgenbild von zwei Ärzten zu befunden.

Das Qualitätsmanagement umfasst alle
Schritte der Versorgungskette von der
Einladung der teilnahmeberechtigten
Frauen, über die Durchführung der
eigentlichen Screening-Untersuchung
bis hin zu Folgediagnostik, Therapie
und Nachsorge. Es solle die Anzahl der falsch-positiven Befunde minimieren. Bisher kommt es in bis zu 100.000
Fällen zu unnötigen operativen Abklärungsmaßnahmen.
Spitzenverbände und KBV setzen in diesem Programm die europäischen Leitlinien um und stützen sich auf Erfahrungen mit Modellprojekten in den Regionen Bremen, Wiesbaden
und Weser-Ems.

Dort stieß das Screening auf große Akzeptanz. Das jedenfalls sagen die offiziellen Berichte. Die Ergebnisse sind zum Teil schon
ausgewertet. Den erwarteten positiven Effekten für die anspruchsberechtigten Frauen und ihre Angehörigen stehen Kosten
für das Gesundheitssystem in Höhe eines dreistelligen Millionenbetrags gegenüber. Nach Auffassung der
Spitzenverbände und der KBV ist diese Summe absolut sinnvoll und
zielgerichtet eingesetzt.

Anmerkung: Trotz all der guten Absichten und Erklärungen bleiben Zweifel über den Nutzen derartiger Programme. Auch die wissenschaftlichen Studien zeichnen kein einheitliches Bild, ob das Screening tatsächlich etwas bringt. Kritiker meinen sogar, dass die Nachteile und Risiken überwiegen.
WANC 01.03 / aktualisiert 12/09


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