Mittwoch, 05. August 2020

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Brustkrebs bei Männern: Am liebsten nicht drüber reden

 

Brustkrebs: Auch Männer können betroffen sein

Die Überlebenschancen von Männern, die an Brustkrebs erkranken, sind in der Regel wesentlich schlechter als die von Frauen, weil viele Fälle von Brustkrebs bei Männern schlicht ignoriert werden.

Die Situation ist wenig positiv: Eine Diagnose von Brustkrebs beim Mann gibt den Betroffenen nicht selten der Lächerlichkeit preis. Deshalb fühlen sich Männer mit dieser Krankheit oft wie aussätzig. Ein offensiver Umgang mir der Erkrankung findet nicht statt. Wen wundert es, dass die Diagnose Mammakarzinom bei Männern daher meist erst sehr spät gestellt wird. Oft viel zu spät, wenn die therapeutischen Möglichkeiten bereits eingeschränkt sind. So sind die Heilungschancen in der Regel schlechter als bei Frauen. Im Durchschnitt wird die Diagnose Brustkrebs bei Männern erst nach 6 bis 22 Monaten und bereits im fortgeschrittenen Stadium gestellt.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) Berlin beläuft sich die Zahl in Deutschland auf jährlich 400 Fälle. Das ist die Zahl der öffentlich bekannten Erkrankungen, eine Dunkelziffer wird nicht genannt. Das Statistische Bundesamt zählte 1999 insgesamt 182 Fälle von an Brustkrebs verstorbenen Männern.

Männer erkranken im Durchschnitt zehn Jahre später als Frauen, also zwischen dem 61. und 65. Lebensjahr. Bei 15-30 Prozent sind Familienmitglieder ebenfalls erkrankt. Besonders hoch ist das Risiko, wenn eine Verwandte ersten Grades bei der Feststellung eines Mammakarzinoms jünger als 45 Jahre war. Neben dem genetischen existieren weitere Risikofaktoren. Vor allem ein erhöhter Östrogenspiegel erhöht die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung. Dieser kann beispielsweise durch Hodenerkrankungen, Einnahme von Anabolika usw.. hervorgerufen werden.

Die Möglichkeiten der Diagnose unterscheiden sich nicht von denen bei Frauen. Damit es nicht soweit kommt, sollten auch Männer zu Früherkennungsmaßnahmen greifen: vor allem das Abtasten der Brust. Lassen sich dabei Verwachsungen oder Knoten fühlen, sollte das ernst genommen werden, auch wenn damit keine Schmerzen verbunden sind. Brustwarzen, die sich nach innen stülpen, sollten ebenfalls nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Empfehlenswert für Männer, bei denen eine Mutation in dem für Brustkrebs empfänglichen Gen BRCA2 entdeckt wurde, ist eine regelmäßige Früherkennung. Auch, wenn eine solche Erkrankung eher selten ist.


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