Dienstag, 16. Juli 2019

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Füllstoffe: Müssen sicher und beständig sein

 

Füllstoffe von Implantaten

1. Silikon
Dieses Material ist als Füllmittel für Brustimplantate am besten geeignet. Zur guten Verträglichkeit dieser Substanzgruppe sei gesagt, dass Silikone schon seit über 50 Jahren in den verschiedensten Bereichen Anwendung finden. Sie werden sowohl im täglichen Leben, als auch in der Medizin verwendet.

Unter den Materialien, die in der Medizin zur Anwendung kommen, ist Silikon eines der am intensivsten erforschten Materialien, das umfangreichen Sicherheitstests unterzogen wurde. Silikone sind in der pharmazeutischen und lebensmittelverarbeitenden Industrie weit verbreitet und kommen in vielen medizinischen Gegenständen wie z. B. Herzschrittmachern, künstlichen Herzklappen, Nahtmaterialien, Gleitmittel und Überzügen von Injektionsnadeln und Spritzen sowie Plasma- und Blutbeuteln vor. Silikone befinden sich auch in Pudding, Backmischungen, Erfrischungsgetränken, Lippenstift, Körperlotion, Zahnpasta, Sonnencreme, Deodorant, Haarspray, Bettwäsche, Kleidung, Papiertücher und Babypflegeprodukten.

2. Kochsalzlösung
Die physiologische Kochsalzlösung scheint das ungefährlichste Material zu sein, aber nicht das geeignetste. In seiner Konsistenz ähnelt sie nicht im Mindesten derjenigen des Brustgewebes. Im Gegensatz zum Silikonbusen, der bei Bewegung wippt, schwappt der Wasserbusen unnatürlich. Wenn die Implantathülle defekt ist, läuft die Lösung allmählich in den Körper, richtet dort aber keine Schäden an, weil sie vom Körper vollständig resorbiert (aufgenommen) wird.

Viele Ärzte bevorzugen so gennannte Zwei-Kammer-Kissen mit Silikonkern und einem Kochsalzring. Doppelwandige Implantate nutzen den Vorteil der besseren Formgebung des Silikongels mit der größeren Sicherheit der Kochsalzlösung in einer zweiten Hülle, die bis auf die Größe der gesunden Gegenseite durch einen Ventilring auffüllbar ist.

3. Sojaöl
Sojaöl-Füllstoffe sind wieder vom Markt genommen worden. Ebenso wie das Öl im Küchenschrank, wird auch Sojaöl im Körper ranzig, flockt aus und verbreitet einen üblen Geruch. Vermutlich wird es in naher Zukunft noch einige Probleme mit bereits implantierten Sojaölpräparaten geben. Frauen, die bereits ein Sojaölimplantat erhalten haben, sollten es schnellstens gegen ein anderes Material austauschen lassen.

4. Triglyzerin
Über das Produkt "Trilucent" eines Schweizer Herstellers kann nur die gleiche Aussage wie über das Sojaöl gemacht werden, denn es enthält gereinigtes, neutrales Triglyzerid aus hochveredeltem Sojaöl, auch wenn der Hersteller verständlicherweise etwas anderes behauptet.

5. Hydrogel
Hydrogel bringt optisch ebenso schöne Ergebnisse wie Silikon und soll ungefährlich sein. Hydrogel ist ein vergleichsweise junger Inhaltsstoff, mit dem viele Ärzte noch keine Langzeiterfahrungen gemacht haben. Unter Umständen kann es langfristig zu Veränderungen des Volumens und der Konsistenz kommen.

Bei Hydrogelen handelt es sich um Polymernetzwerke, in deren Hohlräume große Mengen Wasser eingelagert sind. Typischerweise beträgt der Wasseranteil 85% bis 95% der Gesamtmasse des Materials. Das Material liegt somit üblicherweise in einem stark gequollenen Zustand vor.

Die Produkte NOVAGOLDTM und PIP, die Hydrogelfüllungen enthalten, wurden in England vom Markt genommen. Die MDA (Medical Advices Agency) begründet dies damit, dass über das Hydrogel-Füllmaterial noch zu wenige Erkenntnisse vorliegen. Auf der Website der MDA wurde eine Warnung vor Hydrogel-Implantaten ausgesprochen. Auch in Deutschland wird Hydrogel nicht mehr verwendet oder sollte nicht mehr verwendet werden.


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