Donnerstag, 25. Mai 2017

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Patientinnen benötigen seelische Begleitung

 

Brustkrebs-Patientinnen fehlt seelische Begleitung

Depressionen sind die häufigste psychische Begleiterkrankung bei Krebs-Patienten. Sie beeinträchtigen die Lebensqualität und auch den Krankheitsverlauf der Betroffenen oft enorm. Doch nur ein Drittel werden psycholgisch entsprechend ihren Bedürfnissen betreut.

"Wie wird es weiter gehen? Wie soll ich mit der Krankheit umgehen? Wird mein Mann mich noch lieben?" - Nach der Diagnose 'Brustkrebs' geht es vielen Frauen ähnlich: Die Krankheit trifft fast alle Betroffenen plötzlich und völlig unerwartet. Alle Lebensziele, Inhalte und Werte werden in Frage gestellt. Die Sorge um das weitere Leben ist ein ständiger Begleiter der Therapie. Hinzu kommt, dass viele Frauen die Erkrankung als Angriff auf ihre Weiblichkeit sehen.

"Die Patientinnen leiden häufig unter starken seelischen Belastungen und Depressionen", sagt Prof. Dr. Manfred Beutel, Studienleiter am Universitätsklinikum Mainz, Klinik und Poliklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. "Unbehandelt beeinträchtigen die depressiven Leiden die Betroffenen und ihre Lebensqualität oft erheblich und verschlechtern sogar den Krankheitsverlauf."

Krebs-Patientinnen benötigen also nicht nur die bestmögliche medizinische Therapie, sondern auch seelische Begleitung. "Viele Frauen wünschen sich kompetente Gesprächspartner, mit denen sie über ihre Erkrankung und die damit einhergehenden Ängste und Belastungen sprechen können", so Beutel. "Doch nur ein Drittel aller Krebs-Patienten werden entsprechend ihrer Bedürfnisse psychologisch begleitet."

Im Rahmen einer Studie wird jetzt die Wirksamkeit einer Kurzzeit-Psychotherapie bei depressiven Brustkrebs-Patientinnen genauer erforscht. Erfasst sollen Kriterien wie erfolgreiche Konfliktverarbeitung und verbesserte Lebensqualität jeweils zu Behandlungsbeginn, -ende und nach weiteren sechs Monaten werden. Die Studie läuft über drei Jahre. 180 Brustkrebs-Patientinnen nehmen daran teil. Die Ergebnisse werden verglichen mit Brustkrebs-Patientinnen, die keine spezielle Psychotherapie erhalten.

WANC 16.07.07


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