Sonntag, 20. August 2017

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Therapie mit Hormonen: Gräbt dem Tumor das Wasser ab

 

Hormontherapie

Hormone nutzt man in der Krebstherapie, um das Wachstum von Krebszellen zu beeinflussen.

Bei zwei Drittel der Brustkrebs-Patientinnen benötigen die Tumorzellen Hormone, um zu wachsen. Ob dies der Fall ist, bestimmen die Ärzte anhand des Gewebes, das sie während der Operation entnommen haben. Sprechen die Krebszellen auf Hormone an, nennt man sie Hormonrezeptor-positiv.

Auf diesem Prinzip basiert die Hormontherapie: Die Hormonrezeptor-positiven Krebszellen können sich nämlich nicht weiter vermehren, wenn man ihnen die Hormone mit Hilfe von Medikamenten entzieht. Die verwendeten Arzneimittel unterdrücken die Hormonwirkung auf unterschiedliche Weise: Entweder sie blockieren die Produktion der körpereigenen Hormone oder sie blockieren bestimmte Bausteine der Krebszellen, so dass diese die Hormone nicht mehr erkennen können.

Welche dieser Möglichkeiten in Frage kommt, hängt unter anderem davon ab, ob die Wechseljahre bereits eingetreten sind. Bei Frauen, die noch vor den Wechseljahren an Brustkrebs erkranken, muss die Östrogenproduktion in den Eierstöcken ausgeschaltet werden. Früher erreichte man dieses Ziel durch eine operative Entfernung der Eierstöcke. Heute stehen künstlich hergestellte Gonadotropin-freisetzende Hormone (GnRH-Analoga) zur Verfügung, die die Funktion der Eierstöcke hemmen.

Nach den Wechseljahren kommt das Östrogen nicht mehr aus den Eierstöcken, sondern aus dem Fettgewebe. Deshalb muss man andere Strategien zur Hemmung der Östrogenproduktion anwenden:

  • Am häufigsten kommen Antiöstrogene (z. B. Tamoxifen) zum Einsatz. Sie verhindern, dass die Tumorzellen das Vorhandensein von Östrogenen registrieren.
  • Aromatase-Hemmer blockieren die Produktion von Östrogenen direkt im Fettgewebe.
  • Gestagene dämmen das Tumorwachstum ein, indem sie den Östrogenspiegel im Blut senken. In der Krebstherapie werden künstlich synthetisierte Gestagene verabreicht.

Die verschiedenen Formen der Hormontherapie sind normalerweise gut verträglich. Nur bei jüngeren Frauen können gelegentlich Wechseljahrbeschwerden auftreten.

Nach einiger Zeit kann die Wirkung der verabreichten Hormone bzw. Antihormone nachlassen, weil die Tumorzellen resistent werden. Deshalb werden die verschiedenen Substanzen meist nacheinander eingesetzt, um für eine möglichst lange Zeit wirksame Mittel zur Verfügung zu haben.


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