Donnerstag, 19. Juli 2018

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Metastasen: Wenn die Krebszellen zu wandern beginnen und sich langsam ausbreiten (Foto: Stock photo)

 

Krebsforschung: Metastasen bei Brustkrebs stoppen

Die Heilungschancen bei Brustkrebs hängen immer noch sehr davon ab, ob und wie weit der Krebs schon seine Tochterzellen, die so genannten "Metastasen", in den Körper gestreut hat. Einen neuen Weg, die Metastasierung gezielt zu stoppen oder zu regulieren, untersuchen jetzt Forscher an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Im Mittelpunkt steht dabei ein Hormon: das Kisspeptin.

Das Hormon Kisspeptin und dessen Wirkung auf Wachstum und Metastasierung beim Brustkrebs ist eine neue Entdeckung. Seit August 2009 läuft die Forschung, um heraus zu finden, ob das Hormon das Potenzial hat, die Metastasierung bei Brustkrebs zu hemmen und dabei keine Nebenwirkungen auszulösen.  "Wir untersuchen die Wirkung der Kisspeptine auf Wachstum, Metastasierung und Genaktivierung des Brustkrebses", sagt Prof. Dr. Carsten Gründker, Leiter des Forschungslabors in der Abteilung Gynäkologie und Geburtshilfe an der UMG.

Das wissen die Forscher bislang: Kisspeptine und ihr Rezeptor spielen eine wichtige Rolle in der Biologie vieler Tumoren, insbesondere bei der Metastasierung. Daher ist dieses System für sie hochinteressant und hat Potenzial für die Entwicklung neuer therapeutischer Ansätze. Die genaue Funktion des Hormons ist allerdings noch unklar. Die Ergebnisse, die an verschiedenen Tumortypen gewonnen wurden, widersprechen sich teilweise deutlich. Auch zur Funktion der Kisspeptine innerhalb einzelner Tumortypen, insbesondere des Brustkrebses, liegen Widersprüche in der Literatur vor.

Das Forschungsprojekt soll klären, ob Kisspeptine bei Brustkrebs oder anderen Krebsarten zur Behandlung einsetzbar sind. Ein grundsätzliches Hemmnis für eine systematische Erforschung gilt es allerdings zuerst zu klären: Die verfügbaren Kisspeptine haben als natürliche Proteine nur eine sehr geringe Haltbarkeit. Das behindert ihren therapeutischen Einsatz erheblich. Deshalb sollen speziell für das kleinste und wirksamste Kisspeptin, das Kisspeptin-10, agonistische Analoga entwickelt werden. Agonistische Analoga sind synthetisch modifizierte Wirkstoffe mit längerer Haltbarkeit, die im menschlichen Körper im Vergleich zum natürlichen Wirkstoff die gleiche oder eine bessere Wirkung haben.

WANC 04.11.09


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