Freitag, 15. Dezember 2017

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Brusttumor mit Blutgefäßen, die ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgen

 

Was ist Anti-Angiogenese?

Anti-Angiogenese ist ein modernes Behandlungsprinzip in der Krebstherapie. Es wurde zunächst für die Behandlung von Darmkrebs entwickelt. Heute steht die Therapie aber auch Frauen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zur Verfügung.

Anti-Angiogenese ist das Gegenteil von „Angiogenese“. Dieser Begriff leitet sich aus der altgriechischen Bezeichnung für „Gefäߓ („Angio“) und „Entstehung“ („Genese“) ab. Der Begriff Angiogenese beschreibt also die Entstehung von Blutgefäßen im menschlichen Körper. Anti-Angiogenese bedeutet somit die Unterdrückung der Entstehung von Blutgefäßen. Ein Angiogenese-Hemmer also ist ein Medikament, das die Entstehung von neuen Blutgefäßen im Körper verhindert.

Die Angiogenese ist ein normaler Vorgang im menschlichen Körper. Sie ist ein wichtiger Vorgang der vorgeburtlichen Entwicklung. Doch auch beim Erwachsenen wird Angiogenese beobachtet. So werden etwa bei der Wundheilung neue Blutgefäße gebildet, damit Abwehrzellen und „Baumaterial“ zur Reparatur des Gewebes herantransportiert werden können.

Tumore benötigen eigene Blutgefäße
Seit langem ist bekannt, dass es auch bei Krebserkrankungen  zu einer Gefäßneubildung kommt, die man dann „Tumor-Angiogenese“ nennt. Denn Tumore bestehen aus Zellen, die genau wie gesunde Körperzellen Sauerstoff und Nährstoffe brauchen. Weil sich Krebszellen häufig teilen, ist ihr Bedarf sogar besonders hoch – und deshalb benötigen Tumore eine eigene Blutversorgung.

Wenn ein Tumor entsteht, hat er zunächst noch keine eigenen Blutgefäße. Sein Wachstum ist deshalb stark eingeschränkt. Ohne eigene Blutgefäße wird er nicht größer als 1 bis 2 mm. Auch die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) ist so gut wie nicht möglich, denn dazu müssen Tumorzellen in umliegende Blutgefäße einbrechen. Erst dann können sie in entfernte Körperregionen transportiert werden und dort Metastasen bilden. Ohne eigene Blutgefäße wären viele Tumore wahrscheinlich harmlos.

Um weiter wachsen und metastasieren zu können, bedienen sich die Tumore der Blutgefäße des Körpers. Sie sind sogar in der Lage, den Körper zur Bildung neuer Blutgefäße zu veranlassen. Diesen Vorgang nennt man dann Tumor-Angiogenese.
Schon vor 30 Jahren entstand die Idee, die Tumor-Angiogenese als Ansatz für die Krebsbehandlung zu nutzen. Doch zunächst mussten die Krebsforscher herausfinden, wie die Tumor-Angiogenese genau funktioniert: Wie schafft es eine Krebsgeschwulst, den Körper zur Bildung von Blutgefäßen zu veranlassen?


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