Versorgung chronisch Kranker ist verbesserungsbedürftig

 

Nutzen: Was soll es bringen?

Fachleute – wie beispielsweise der Sachverständigenrat für die konzertierte Aktion im Gesundheitswesen – mahnen schon länger erheblichen Verbesserungsbedarf bei der Versorgung chronisch Kranker an.

Die Experten bemängeln, dass die medizinische Betreuung im Durchschnitt nicht so gut ist, wie sie nach dem heutigen Stand der Wissenschaften sein könnte und wie die Höhe der dafür aufgewendeten Kosten erwarten ließe. Hier setzen Disease Management Programme für chronisch Kranke an: Sie sind ein Lösungsansatz, um die Lebensqualität der Patienten zu verbessern und gleichzeitig die vorhandenen finanziellen Mittel effizienter einzusetzen. Mit anderen Worten: Geld zu sparen.

Zitieren wir Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt zu den Zielen von DMPs: "Mit diesen strukturierten Behandlungsprogrammen verbessert sich die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten. Folgeschäden können verhindert oder verzögert werden. Gerade Menschen mit chronischen Erkrankungen brauchen eine gute und abgestimmte Behandlung. Mit diesen Programmen schaffen wir die Verbindung von Qualität und Wirtschaftlichkeit. Dies dient der Gesundheit und dem Geldbeutel der Versicherten in der gesetzlichen Krankenversicherung."

Was die Ministerin als gesichertes Ergebnis der Einführung von DMPs hinstellt, ist so sicher nun nicht. Denn ob diese Ziele auch erreicht werden können, das ist bisher zumindest umstritten. Und, es muss sich in der täglichen Realität auch erst beweisen. Ganz besonders in Frage gestellt werden von Ärzten, Fachgesellschaften aber auch Selbsthilfeorganisationen, ob denn die in den DMPs festgeschriebenen Behandlungsleitlinien auch wirklich den neuesten Stand der medizinischen Forschung berücksichtigen, neuen Verfahren eine Chance einräumen und genügend Raum für individuelle Maßnahmen lassen.


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