Donnerstag, 19. Juli 2018

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Prof. Diedrich: Mit optimierter Behandlung bessere Ergebnisse erzielen

 

"Brustkrebssterblichkeit lässt sich um mehr als 20 Prozent senken"

Die Behandlung von Brustkrebs ist in Deutschland noch längst nicht optimal.

Während in den USA und Großbritannien, in Skandinavien und Italien die Sterblichkeit bei der häufigsten Krebserkrankung der Frau seit Beginn der neunziger Jahre kontinuierlich zurückgeht, kann Deutschland noch keine vergleichbaren Ergebnisse vorzeigen. Dabei ließe sich die Brustkrebssterblichkeit um mehr als 20 Prozent senken, behauptet Professor Klaus Diedrich, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universität Lübeck und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe. Notwendig wären vor allem eine verbesserte Früherkennung, qualitätsgesicherte Mammographien und eine intensivere Dokumentation aller Krankheitsverläufe, so Diedrich.

Um die Untersuchungs- und Behandlungsqualität zu verbessern, müsse die Betreuung der Patientinnen in interdisziplinären Brustkrebszentren sichergestellt werden.  „Es wird künftig auch von Seiten des Gesetzgebers darauf hinauslaufen, dass nicht jeder, der meint, Brustkrebs behandeln zu können, dies auch darf, sondern dass die Therapie nur noch in Zentren geschieht, die dazu auch berechtigt sind,“  fordert Diedrich.

An der Universität Lübeck entstand Mitte 2000 eines der ersten universitären Brustkrebszentren Deutschlands. Diagnose, Therapie und Nachsorge finden jetzt unter einem Dach statt. So werden Doppeluntersuchungen vermieden, Ergebnisse schneller weitergeleitet und Diagnosen früher gestellt. In regelmäßigen Tumorkonferenzen, an denen Experten verschiedener Disziplinen vom Gynäkologen, Radiologen und Pathologen bis zum Chirurgen, Strahlentherapeuten und Psychoonkologen teilnehmen, wird für jede Patientin eine individuelle Therapieplanung festgelegt, die dem neuesten Stand der Wissenschaft entspricht.

Doch die beste Chance für eine erfolgreiche Behandlung ist immer noch die möglichst frühe Erkennung des Tumors. "Je früher ein Mammakarzinom entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen", betont der Arzt. Bislang nutze nur ein Drittel der Frauen die Möglichkeit der Krebsvorsorge, sagt Diedrich. Brustkrebs lasse sich aber nur wirksam bekämpfen, wenn für möglichst viele Frauen die regelmäßige Mammographie zur Routine werde.

WANC 01.03


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