Mittwoch, 19. September 2018

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"Wir brauchen Mamma-Mobile."

 

Brustkrebs-Reihenuntersuchung: Experte fordert flächendeckende Durchführung

Für die Früherkennung von Brustkrebs sollten nach Expertenansicht flächendeckende Röntgen-Reihenuntersuchungen in Deutschland eingeführt werden.

"Wir brauchen Mamma-Mobile, die zu den Frauen kommen, um Tumore in der Brust frühzeitig zu erkennen», sagte der Oberarzt am Münchner Universitätsklinikum Großhadern, Michael Untch, am Rande des Deutschen Gynäkologen-Kongresses in Düsseldorf. Frauen sollten spätestens ab dem 50. Lebensjahr zur Mammographie gehen. In Deutschland sei jede neunte Frau von der tückischen Krankheit betroffen.

"Brustkrebs hat die Dimension einer Epidemie erreicht, doch die Vorsorge hinkt auch im internationalen Vergleich hinterher", monierte Untch. "Wird der Knoten getastet, ist er schon durchschnittlich zwei Zentimeter groß". Die Durchleuchtung der Brust, bei der Veränderungen bereits in einem frühen Stadium festgestellt werden könnten, nehme nur etwa ein Viertel der Frauen in Anspruch. "Wir brauchen ein Umdenken bei Patientinnen und Kostenträgern, damit mehr Frauen geheilt werden können", forderte Untch.

Zwar stünden in Deutschland ausreichend Mammographie-Geräte zur Verfügung, doch lasse die Qualität der Untersuchungen deutlich zu wünschen übrig. So seien die Qualitäts-Anforderungen an die untersuchenden Ärzte im internationalen Vergleich viel zu niedrig, meinte Untch. Auch fehle das in anderen Ländern übliche Überprüfen des Befundes durch einen zweiten Kollegen vielfach: "Auch Ärzte sind Menschen, und das so genannte Double-Reading ist notwendig, um überflüssige Operationen zu vermeiden."

WANC 09/02


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