Donnerstag, 18. Oktober 2018

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Schwangere
Schwangerschaft nach Brustkrebs: Kein erhöhtes Risiko (Foto: TK)

 

Schwangerschaft erhöht Rückfallrisiko nicht

Eine Schwangerschaft verschlechtert die Heilungschancen von Brustkrebspatientinnen nicht und birgt auch kein erhöhtes Rückfallrisiko.

Zehn bis zwanzig Prozent aller Brustkrebse treten bei Frauen im gebärfähigen Alter auf. Gleichzeitig steigt das Alter der Frauen bei ihrer ersten Schwangerschaft: nach Angaben des Statistischen Bundesamtes werden die Frauen heute erst im Alter von durchschnittlich 29.8 Jahren erstmals schwanger. Die Frage einer Schwangerschaft nach Brustkrebstherapie gewinnt daher zunehmend an Bedeutung, denn eine steigende Zahl von Brustkrebspatientinnen haben zum Zeitpunkt der Diagnose ihrer Erkrankung die Familienplanung noch nicht abgeschlossen.

Da Östrogene Brustkrebszellen zum Wachstum anregen können, war es lange Zeit umstritten, ob und wann Ärzte Frauen mit Kinderwunsch - nach einer erfolgreichen Behandlung - zu einer Schwangerschaft raten dürfen. Hier gibt es gute Nachrichten: Eine Schwangerschaft verschlechtert die Heilungschancen von Brustkrebspatientinnen nicht und stellt keine erhöhte Gefahr für einen Rückfall dar. Dennoch raten Ärzte den betroffenen Frauen, nach der Therapie 2 Jahre zu warten, da das Rückfallrisiko in dieser Zeit am höchsten ist.

Ein wichtiges Kriterium für die Entscheidung, wie lange eine Frau warten sollte ehe sie schwanger wird, ist der so genannte Hormonrezeptorstatus. Dieser gibt darüber Aufschluss, ob das Wachstum eines Tumors von Hormonen angeregt und daher mit einer antihormonellen Behandlung beeinflussbar ist. Eine solche Antihormon-Therapie kann bei hormonabhängig wachsenden Tumorerkrankungen die Prognose verbessern. Erst nach Abschluss der fünfjährigen Therapie kann die Frau versuchen, schwanger zu werden. Dr. Sibylle Loibl, Oberärztin der gynäkologischen Universitätsklinik Frankfurt/M: "Wir beraten eine solche Patientin individuell nach Alter, Risikofaktoren und Dringlichkeit ihres Kinderwunsches."

Um eine Krebserkrankung zu heilen, müssen mitunter therapiebedingte Einschränkungen der Lebensqualität in Kauf genommen werden. So kann beispielsweise bei Tumoren der Gebärmutter oder der Eierstöcke eine Strahlentherapie die Sexualität beeinflussen. Auch bei Brustkrebs ist die Sexualität oft beeinträchtigt, allerdings nicht durch die Strahlentherapie, die nur örtlich, d.h. im Bereich der Brust wirkt.

Eine antihormonelle Behandlung oder eine Chemotherapie, die zu vorzeitigem Klimakterium führen, können jedoch die sexuelle Erlebnisfähigkeit negativ beeinflussen. In einer Studie aus Solihull (England) gaben von 200 befragten Brustkrebspatientinnen 83 Prozent psychische und 89 Prozent körperliche Probleme in ihrem Sexualleben an. Fazit der Ärzte: Sexualität sollte in der Therapie entsprechend betroffener Frauen noch ausführlicher besprochen und angegangen werden.

WANC 21.07.06/idw


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