Freitag, 28. Juli 2017

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Foto: Uni Saarland
Cytostatika wurden an bioabbaubare Polymere gekoppelt (Foto: Universitätsklinikum des Saarlandes)

 

Verbesserter Wirkstofftransport: Weniger unerwünschte Nebenwirkungen

Die Nebenwirkungen einer Chemotherapie sind für viele Frauen kaum erträglich. Verursacht werden Übelkeit und Erbrechen aber oft von den Stoffen, die den Wirkstoff in den Körper dahin bringen sollen, wo er die Tumorzellen auch bekämpfen kann. Wissenschaftler haben eine neue Möglichkeit gefunden, diesen Transport besser durchzuführen. Das senkt nicht nur die unerwünschten Nebenwirkungen, sondern hilft möglicherweise auch bei einer viel zielgerichterten Therapie.

Brustkrebspatientinnen haben während einer Chemotherapie mit erheblichen Nebenwirkungen zu kämpfen. Diese reichen von Übelkeit und Erbrechen bis hin zu lebensbedrohlichen Komplikationen. Einige schwere Nebenwirkungen werden jedoch nicht vom eigentlichen Wirkstoff, sondern von Hilfsstoffen verursacht, die den Wirkstoff lösen und im Körper transportieren, so dass er die Krebszellen überhaupt erreichen kann. Das Problem ist, dass besonders wirksame Anti-Krebsmittel kaum wasserlöslich sind und daher nicht effektiv für eine Chemotherapie eingesetzt werden können.

Der Arbeitsgruppe um Prof. Rainer Jordan an der TU Dresden in Zusammenarbeit mit einer US-amerikanischen Arbeitsgruppe ist es nun gelungen, ein spezielles Polymer (Kunststoff oder Kunstfaser) zu entwickeln, das ohne weitere Zusätze die Wirkstoffe in einem „Nano-Container“ löst und ihren Einsatz in der Chemotherapie ermöglichen kann.

„Wir waren sehr überrascht, wie gut dieses neue Polymer besonders sehr unlösliche Wirkstoffe aufnimmt“, gibt Dr. Robert Luxenhofer zu. „Unsere Untersuchungen mit der Universität Nebraska zeigen auch, dass ungewöhnlich große Wirkstoffmengen gelöst werden können – deutlich besser als die bisher auf dem Markt verfügbaren Medikamente.“

„Unsere bisherigen Ergebnisse sind vielversprechend“, ergänzt Jordan. „Bis zu einem neuen Medikament haben wir aber noch einen langen Weg vor uns.“ Als nächstes wollen die Dresdner Forscher den zielgerichteten Wirkstofftransport genauer unter die Lupe nehmen. Ziel ist es, besonders aggressive Brustkrebsformen besser behandeln zu können.

Ungefähr ein Drittel der Patientinnen mit aggressivem Brustkrebs ist mit den bisherigen Chemotherapien gar nicht behandelbar; der Krebs entwickelt eine Wirkstoffresistenz. „Hier könnten wir in Zukunft mit Hilfe der Polymere den Krebs zielgerichteter bekämpfen“, meint Jordan.

WANC 22.10.10, Quelle: Technische Universität Dresden


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