Sonntag, 21. Januar 2018

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Training statt Ruhe: Fatigue mit Bewegung bekämpfen

 

Körperliches Training gegen Fatigue

Totale Erschöpfung, ständige Müdigkeit, Schwindelattacken - jede Bewegung wird zu einem Kraftakt. Aber nicht immer ist eine akute Infektion schuld. Diese Schwächezustände können auch im Verlauf einer Krebserkrankung auftreten. Bis zu 90 Prozent aller Krebspatienten leiden an einer chronischen Erschöpfung - Fatigue genannt. Die Berliner Charité geht jetzt einen neuen Weg in der Therapie: Körperliches Aufbautraining statt Schonung.

Fatigue heißt Ermüdung, Mattigkeit. Die wesentliche Ursache dieser chronischen Erschöpfung ist eine tumorbedingte Blutarmut (Anämie), die sowohl durch den Krebs als auch durch die Therapie entstehen kann. Das Fehlen der roten Blutkörperchen führt zu einer mangelnden Sauerstoffversorgung mit der fatalen Folge, dass der Patient teilweise nicht mal mehr einen Telefonhörer halten kann.

Bisher lautete der Rat der Ärzte, möglichst viele Erholungspausen einzulegen. Die Berliner Charité hingegen schlägt mit einem Trainingsprogramm an Laufbändern und Kraftsportgeräten eine völlig neue Richtung in der Fatigue Behandlung ein. "Schonung ist der falsche Weg", so Dr. Fernando Dimeo, Leiter der sportmedizinischen Ambulanz der Charité, "Schon nach zehn Tagen Aufbautraining spüren die Patienten meist eine deutliche Besserung, nach zwanzig Tagen kommen sie wieder mit alltäglichen Aktivitäten zurecht."

Doch das körperliche Training allein kann die Anämie als Hauptursache nicht bekämpfen. Ein wichtiger Bestandteil der Behandlung ist es, die Zahl der roten Blutkörperchen dauerhaft zu erhöhen, um die Sauerstoffversorgung des Körpers wieder sicherzustellen. Eine nachhaltig wirksame Therapie ist die Gabe des biotechnologisch hergestellten Hormons Epoetin beta. Es ersetzt das körpereigene Hormon Erythropoietin, das für die Reifung der roten Blutkörperchen verantwortlich ist und bei Anämie-Patienten nicht ausreichend gebildet wird.

WANC 08.04


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