Montag, 25. Juni 2018

/home/
Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf das Brustkrebsrisiko: Hoffnungen haben sich vorerst nicht erfüllt (Fotot: DAK)

 

Obst und Gemüse beugen nicht vor

Der Verzehr von Obst und Gemüse senkt nicht das Risiko, an Brustkrebs zu erkranken. Dies zeigen neue Ergebnisse der europaweiten EPIC-Studie (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition). Ob das aber generell für alle Obst- und Gemüsesorten gilt, das beantwortet die Studie nicht.

Untersucht haben  Dr. Petra Lahmann und Prof. Dr. Heiner Boeing vom
Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE), Potsdam-Rehbrücke, sowohl der Verzehr von Obst und Gemüse (Blattgemüse, Fruchtgemüse, Wurzelgemüse, Kohl, Pilze und Zwiebeln/Knoblauch) als auch der von Frucht- und Gemüsesäften. "Wir können aber nicht ausschließen, dass bestimmte - in dieser Studie nicht untersuchte - Obst- und Gemüsesorten trotzdem einen schützenden Effekt haben", schränken die Experten die Studienergebnisse ein.

In der vorliegenden Studie wurde der Einfluss des Obst- und Gemüseverzehrs auf das Brustkrebsrisiko bei 285.526 Frauen zwischen 25 und 70 Jahren aus acht von zehn beteiligten europäischen Ländern prospektiv untersucht. Dazu wurden Daten aus Ernährungserhebungen der Jahre 1992-1998 mit dem Auftreten von Brustkrebs bis zum Jahr 2002 ausgewertet.

Bis dahin waren 3.659 Brustkrebsfälle diagnostiziert worden. Die untersuchten Aufnahmekategorien reichten bei Gemüse von bis zu 110 g/Tag bis über 245 g/Tag und bei Obst von bis zu 115 g/Tag bis über 370 g/Tag. In Deutschland verzehren Frauen im Durchschnitt etwa 200 g Gemüse und 190 g Obst pro Tag (Erhebung des Robert-Koch-Instituts). Die länderspezifischen EPIC-Analysen, einschließlich der deutschen, zeigten gleiche Ergebnisse.

Die Evidenz für einen krebssenkenden Effekt von Obst und Gemüse bei Brustkrebs wurde schon 2003 aufgrund der damaligen Datenlage von einem IARC-Expertengremium als unzureichend bewertet. Dennoch schloss das Expertengremium die Möglichkeit eines leichten risikosenkenden Effekts für diese Krebsform durch Obst- und Gemüse nicht aus. Mit der Analyse der Daten der EPIC-Studie hat sich diese Hoffnung jedoch vorerst nicht erfüllt.

EPIC (European Prospective Investigation into Cancer and Nutrition)- Studie: eine prospektive, 1992 begonnene Studie, die Zusammenhänge zwischen Ernährung und Krebs und anderen chronischen Erkrankungen aufdeckt. 23 administrative Zentren in zehn europäischen Ländern mit 519.000 Studienteilnehmern sind an der Studie beteiligt.

WANC 14.01.05


 Artikel versenden  
 Artikel drucken


 
© Wordart 2002-18
Impressum  |   Erklärung zu Links  |   Nutzungsbedingungen  |   Haftungsausschluss  |   Datenschutz  |   Rechte